Logo Newsletter

Info-Bulletin des Deutsch-Russischen Forums vom 25. Juni 2025

Liebe Mitglieder!

Es wird heiß in diesen Tagen. Der Sommer entfaltet sich und wir blicken voraus und auch zurück, auf das, was wir Ihnen in den vergangenen Wochen bieten konnten. Und auf das, was kommen mag.

Wir wollen Ihnen mit unserer Vereinstätigkeit ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm bieten, damit Sie sich untereinander austauschen, helfen und motivieren können. So haben wir bereits Anfang Mai mit zahlreichen Mitgliedern des Forums anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Nazi-Regime und des Endes des Zweiten Weltkrieges der Opfer gedacht in Berlin Treptow und in Tiergarten und zugleich zu einem Gedenkkonzert in die Alte Pfarrkirche in Berlin-Pankow eingeladen.

Auf besondere Weise zeigten wir die kulturelle Vielfalt unserer europäischen Nationen und Russlands auf in unserem diesjährigen Frühjahrskonzert in der Deutschen Botschaft in Moskau. Kurz vor diesem musikalischen Highlight kamen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aus 17 russischen Regionen zum alljährlichen Finale unseres Sprachlernspiels "Spielend Deutsch lernen" zusammen. In diesem Jahr hat das Team aus Saransk gewonnen. Wir gratulieren den Teilnehmenden herzlich und wünschen uns, dass sie der deutschen Sprache und Kultur auf dem weiteren Lebensweg treu bleiben.

In Bonn kamen mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter partnerschaftlicher Organisationen zum "Dialog der Zivilgesellschaft" 2025 zusammen. "Frieden muss man machen" hieß das Thema dieses Treffens, welches wir als Organisatoren der früheren, bilateralen Städtepartnerkonferenzen in diesen aktuell herausfordernden Zeiten angeboten haben.

Lesen Sie mehr zu unseren Veranstaltungen im folgenden Info-Bulletin. Die sommerlichen Temperaturen laden zu Entspannug und erholsamen Reisen ein. Trotz der bevorstehenden Urlaubszeit bleiben wir in der Geschäftsstelle für Sie auf den gewohnten Wegen erreichbar. Wir wünschen Ihnen eine erholsame Urlaubszeit und freuen uns auf kommende Gelegenheiten zum Austausch.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Deutsch-Russisches Forum e.V.

Kurz notiert

Weniger Rückzugverkäufe

Die Kammer Russland berichtete bereits im Mai darüber, dass sich immer weniger ausländische Unternehmen aus Russland zurückziehen. Darauf deuten Zahlen des russischen Wirtschaftsdiensts AK&M hin, wonach es im 1. Quartal neun Verkaufsgeschäfte gab. 2024 und 2023 waren es im gleichen Zeitraum 15 bzw. 21. Einerseits seien die Hürden für die Verkäufe immer höher, so die Analysten. Andererseits würden die im Land verbliebenen Unternehmen ihre Rückzugpläne auf Eis legen, um abzuwarten, wohin die aktuellen Entwicklungen führen.

Im Juni wiederum wurde bekannt, dass das russische Finanzministerium die Bedingungen für ausländische Banken zur Eröffnung einer Filiale in Russland lockern wolle. Von der seit September 2024 bestehenden Möglichkeit habe bisher keine Bank Gebrauch gemacht. Aktuell gelte noch, dass ausländische Banken mindestens 1 Mrd. Rubel, umgerechnet 11 Mio. Euro, als Sicherheit bei der russischen Zentralbank hinterlegen müssen, um eine Filiale zu eröffnen. In Zukunft sollen es nur noch 90 Mio. Rubel sein, knapp 1 Mio. Euro. Zu den weiteren geplanten Zugeständnissen gehöre, dass die Filialen ausländischer Banken auch Konten für Privatpersonen führen und Geschäfte mit Edelmetallen tätigen dürfen, was bisher ausgeschlossen sei, so die Kammer Russland im Morgentelegramm vom 17. Juni 2025.

„My igrali!“

Schulinterne Runde des Bundescups mit Rekordbeteiligung
„Wir haben gespielt!“ und gewonnen: Dies zumindest gilt für zwei Schüler des Söderblom-Gymnasiums in Espelkamp (Nordrhein-Westfalen). Sie setzten sich nach vier spannenden, schulinternen Runden durch und nehmen nun am großen Cupwochenende im November in Gotha teil. Die schulinternen Runden im Rahmen unseres Sprachenwettbewerbs Bundescup „Spielend Russisch lernen“ finden zunächst in Eigenorganisation durch die Lehrkräfte an den teilnehmenden Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. In Espelkamp nahmen Mitte Juni knapp einhundert Schülerinnen und Schüler teil.
Noch bis zum 31. Juli können sich die Gewinnerteams schulinterner Runden zum diesjährigen Finale anmelden.
Im November erwartet die Teilnehmenden ein spannendes Rahmenprogramm in der thüringischen Barockstadt Gotha sowie ein herzzerreißendes Sprachspielfinale. Insgesamt werden 36 Teams aus den genannten Ländern im Freistaat erwartet. Als Organisatoren sehen wir Sprache als ein „Brückenelement“, das dabei helfen kann, Interesse am anderen zu wecken, Sprachkenntnisse zu fördern und Menschen einander näherzubringen. Der Bundescup „Spielend Russisch lernen“ wird maßgeblich gefördert durch die GLOBUS Stiftung.

Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Lehrkräfte und Schüler auf der Homepage des Sprachenwettbewerbs unter www.spielendrussisch.de.
Manifest

Friedenssicherung in Europa

SPD-Friedenskreise rufen Anfang Juni zu mehr Verständigung auf. In ihrem Manifest mit den Erstunterzeichnern Ralf Stegner und Rolf Mützenich verweisen die SPD-Friedenskreise einführend auf die Bemühungen des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, Bundeskanzler Willy Brandt und den Osteuropapolitiker Egon Bahr. Anhand der Kuba-Krise sei den konfrontativen Seiten klar geworden, dass die entstandene Rüstungsspirale eine einzige Perspektivlosigkeit birgt. An die Stelle von Konfrontation und Hochrüstung traten Gespräche und Verhandlungen über Sicherheit durch Kooperation, Vertrauensbildung, Rüstungskontrolle und Abrüstung, heißt es im SPD-Papier.

Die Textautoren rufen dazu auf, Vertrauen zu schaffen und dies bedarf einer Vielzahl an kleinen Schritten: Begrenzung weiterer Eskalation, Schutz humanitärer Mindeststandards, erste technische Kooperationen etwa im Katastrophenschutz oder der Cybersicherheit sowie die behutsame Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte. Erst wenn solche Grundlagen geschaffen seien, könne Vertrauen wachsen – und damit der Weg frei werden für eine neue europäische Sicherheitsarchitektur.

Aktueller Jahresbericht 2024

Der Jahresbericht 2024 zu den Aktivitäten des Vereins ist erschienen erschienen. Informieren Sie sich über die Angebote, die das Forum seinen Mitgliedern im vergangenen Jahr und fortlaufend anbieten konnte und kann.

Nachlesbar ist u.a. auch der Vortrag von Prof. Hanne-Margret Birckenbach zum Thema "Frieden wagen. Wie Dialogarbeit funktioniert."

In eigener Sache

„Miteinander leben, nicht gegeneinander“

Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges war das Deutsch-Russische Forum mit einem besonderen Gedenkkonzert zu Gast in der Alten Pfarrkirche „Zu den vier Evangelisten“ in Berlin-Pankow.

Im Mai haben Mitglieder und Freunde des Forums sowie der Pfarrgemeinde gemeinsam mit dem Hikari-Quartett und den Solisten Irina Nikolskaya, Marko Ostojic sowie Vladimir Magalaschwili aller Opfer des vergangenen und der gegenwärtig stattfindenden Kriege gedacht.
Ruth Misselwitz erinnerte in ihrer Ansprache an die dunkelste Zeit unserer Geschichte und zeigte auf, was in der dann folgenden Ära von Versöhnung und Erinnerung ohne Gewalt möglich war. Die Pfarrerin i.R. mahnte zudem vor gegenwärtigen Kriegen und den vermeintlichen Folgen einer beispiellosen Aufrüstungskampagne. Dadurch werde lediglich „Furcht voreinander verstärkt und die Gräben nur noch weiter vertieft“. Am Ende rief Ruth Misselwitz dazu auf, anstelle alle Kraft und Energie für Entfremdung zu nutzen, diese Kraft besser für die „eine gerechte, eine ökologische, eine friedliche Welt“ einzusetzen.
Dies gesamte Ansprache von Ruth Misselwitz können Sie via Button nachlesen. Wir danken der Alten Pfarrkirche für die Gastfreundschaft und der Stiftung West-Östliche Begegnungen für die freundliche Unterstützung.

Leseempfehlung

Ein Bild von ...
Berliner Zeitung: Eine Reise nach Russland. Blick hinter die Fassaden (Link)
FAZ: Westliche Sanktionen. Kaum noch Pfeile im Köcher (Link)
Unser Mitglied und Autor Leo Ensel erinnert in seinem aktuellen Text an Stefan Semken. Einzelne Menschen sind nicht machtlos. Sie können unendlich viel auf die Beine stellen, wenn sie von einem Anliegen beseelt sind. Der Bremer Stefan Semken hat Unfassbares für die deutsch-russischen Beziehungen getan. – Vor fünf Jahren, am 19. Juli 2020, starb er überraschend im Alter von 60 Jahren.

Saransk setzt sich durch

Im Mai 2025 hat das Deutsch-Russische Forum mit freundlicher Unterstützung von GLOBUS und METRO sowie in Kooperation mit dem Goethe-Institut in Moskau zum alljährlichen Sprachenwettbewerb „Spielend Deutsch lernen“ eingeladen. Ein besonderer Dank gilt hierbei der Deutschen Schule in Moskau, in deren Räumen die Meisterschaft stattfinden konnte.
Unsere Finalisten kamen u.a. aus Astrachan, Wladimir, Ischewsk, Kazan und Kirow sowie aus Maikop, Lipezk, Saransk, Nischni Nowgorod, Nischni Tagil, Perm, Tula, Twer, Tscheboksary und Iwanowo. Insgesamt nahmen 3.750 Schüler aus 217 Schulen in 17 Regionen Russlands am Wettbewerb teil. Nach einem langen und spannenden Finaltag mit einer „Dreierrunde“ am Ende setzte sich das Team aus Saransk durch und gewann die Sprachmeisterschaft 2025. Die Gewinner erhielten einen dreimonatigen Sprachkurs des Goethe-instituts sowie attraktive Sachpreise. Wir gratulieren hierzu recht herzlich!
Die Jugendlichen erfuhren Erlernens- und Erlebenswertes nicht nur beim Pauken von Vokabeln. Vielmehr konnte den Schülerinnen und Schülern auch ein attraktives Rahmenprogramm mit Schul- und Stadtführungen geboten werden. Der DAAD unterstützte mit einem praktischen Workshop für Lehrkräfte das Finalwochenende. Das Goethe-Institut nahm mit seinem Sprachcafé teil. So wurde allen Beteiligten eine Vielfalt an Austauschmöglichkeiten rundum das Thema der deutschen Sprache in den russischen Regionen geboten.
Die jährlich stattfindende Sprachmeisterschaft „Spielend Deutsch lernen“ bietet Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, spielerisch Deutsch zu lernen und dabei Spaß zu haben. Für Lehrkräfte ist der Wettbewerb eine Gelegenheit, auf das Fach Deutsch an ihrer Schule aufmerksam zu machen. Aufgrund des Wegfalls der zweiten Pflichtfremdsprache in Russland steht es nicht leicht um Deutsch als Fremdsprache an russischen Schulen. „Spielend Deutsch lernen“ fördert die deutsche Sprache in der Russischen Föderation. Mitmachen können Kinder und Jugendliche im Alter ab zehn Jahren, die eine an der Sprachmeisterschaft beteiligte Schule besuchen. Gespielt wird in gemischten Zweiermannschaften: Ein Mannschaftsmitglied – ein Deutsch-Könner – lernt beziehungsweise beherrscht Deutsch, das andere Mannschaftsmitglied – ein Deutsch-Nichtkönner – hat keine Deutschkenntnisse.

Fülle der Kultur unserer Nachbarländer

Konzert der Kulturen mit europäischen Meisterwerken
„Mein ursprünglicher Plan war, unsere Veranstaltung „Konzert der Nationen“, zu nennen. Aber das hört sich im Russischen seltsam an, nämlich Konzert Nazii, so dass wir schließlich den Begriff „Konzert der Kulturen“ wählten“, sagt Moderator und Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums Hermann Krause.

Über Monate hatten Artjom Lyssenko, Vertreter des Deutsch-Russischen Forums in Moskau, und er das Konzert vorbereitet, Künstler ausgesucht und das Programm entworfen. Zusammen mit Anna Braschnikowa, ehemalige Alumna, führte Hermann Krause nun zum fünften Mal im Festsaal der Deutschen Botschaft in Moskau durch den Abend. Dargestellt werden sollte die „Fülle der Kultur“ unserer Nachbarländer. Musik von Édith Piaf aus Frankreich, Jazz aus Großbritannien, italienische Opern, spanische Klaviersonaten, irische Weisen, armenische Volksmusik und russische Romanzen, um nur einige musikalische Schwerpunkte zu nennen. „Die Breite dieses Konzerts war ungewöhnlich, ebenso die Professionalität der engagierten Künstler, die alle ohne Honorar auftraten“, so Hermann Krause hinterher, „auch wir waren positiv überrascht“.
Erst bei diesem Konzert gelang es, einen deutschen Musiker auf die Bühne zu holen, und zwar Konstantin Franz, der mit seiner Virtualität am Flügel begeisterte, ein junger aufstrebender Star der Klassikszene. Denis Schelichow sang „Kutscher, treib die Pferde nicht an“ und „Abschied von Baku“. Auf „Mecki Messer“ verjazzt und „Just the two of us“ folgte Antonio Vivaldi und ein russisches Liebeslied - die beiden Moderatoren führten mit viel Charme durch das Programm, so dass die über zweihundert, vorwiegend russischen Gäste begeistert waren.

Herausragend auch die Sängerin und Schauspielerin Irina Jelissejewa, die den Walzer „Schweigen“ des sowjetischen Komponisten Issaak Dunajewski und anschließend „Ich möchte tanzen“ aus My Fair Lady vortrug. Am Ende präsentierten im Duett Daria Klimenko und der Tenor Ilja Chardikow italienische Arien und mit dem Hit „Conte Partiro“ oder „Time to say Good bye“ einen gelungenen Abschluss.
Auch Deborah Haffner, die Leiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft in Moskau, war begeistert von dem Konzert und der guten Atmosphäre. Deborah Haffner: „Das war ein fantastischer Abend.“ Und es war ein Zeichen dafür, dass trotz der schwierigen politischen Situation das Interesse an Deutschland und an der Arbeit des Deutsch-Russischen Forums nach wie vor ungebrochen ist.

Passwortgeschützter Mitgliederbereich

Sie haben die Möglichkeit, sich als Mitglied exklusiv über bevorstehende Veranstaltungen zu informieren und anzumelden. Um den gewünschten, „geschützten Raum“ innerhalb des Forums zu gewährleisten, bitten wir Sie, das aufgeführte Passwort nicht an Dritte weiterzureichen.
Auch auf unserer Webseite stellen wir für unsere Mitglieder Informationen und Materialien zur Verfügung. Hierfür haben wir einen passwortgeschützten Mitgliederbereich geschaffen. Bitte verwenden Sie das Passwort „MitgliedDRF“, um beim Anklicken unter anderem auf Inhalte wie Termine, Aktuelles und Veröffentlichungen zu gelangen.
facebook twitter youtube linkedin