Logo Newsletter

Info-Bulletin des Deutsch-Russischen Forums vom 27. März 2026

Liebe Mitglieder!

Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Info-Bulletins. Zuletzt fanden unsere Mitgliederversammlung mit anschließender Abendveranstaltung zum Thema "Reden mit Russland? Wege zurück ins Gespräch" statt. Wir blicken zurück auf diese Momente, zu denen knapp 200 Mitglieder und Gäste des Forums in Berlin zusammenkamen.

Ebenso sehr gut besucht war unsere Lesung mit Paul Werner Wagner aus dem von ihm herausgegebenen Buch Konrad Wolf. "Kriegstagebuch und Briefe 1942 - 1945" im Berliner Sprechsaal. Ein Text von Andreas Förster gibt Aufschluss über den literarischen Abend.

Gehaltvoll geht es direkt nach den Osterfeiertagen weiter: Mit russischen und deutschen Teilnehmenden führen wir unsere diesjährige Frühjahrsakademie anlässlich des 250. Jubiläums von E.T.A. Hoffmann in Berlin durch. Erstmals öffnen wir einen Teil unseres Akademieprogrammes, um Sie, liebe Mitglieder, hierzu begrüßen zu dürfen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um zum einen mehr über E.T.A. Hoffmann zu erfahren und zum anderen mit unseren Nachwuchskräften aus beiden Ländern ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Geschäftsstelle
Deutsch-Russisches Forum e.V.
Neuerscheinung

Bericht über das Vereinsgeschehen in 2025

Herzlich laden wir Sie zur Lektüre des anlässlich der Jahresmitgliederversammlung ausgegebenen Jahresberichts 2025 des Deutsch-Russischen Forums ein. Lesen Sie nochmals nach, was wir gemeinsam mit Ihnen und den Freunden des Forums in 2025 erfahren durften. Ruth Misselwitz`Worte des Gedenkens und Mahnens anlässlich unseres Gedenkkonzertes im Mai vergangenen Jahres ist ebenso aufgeführt, wie auch kurze Statements zu den Beweggründen unserer neuen Vorstandsmitglieder, sich im Leitungsgremium des Deutsch-Russischen Forums e.V. zu engagieren.

Kurz notiert

Wechsel an der Spitze der Deutschen Botschaft in Moskau

An der Deutschen Botschaft in Moskau stehen mehrere personelle Veränderungen an: Der derzeitige deutsche Botschafter, Alexander Graf Lambsdorff, wird seinen Posten verlassen und künftig in Israel tätig sein. Zu seinem Nachfolger ist Clemens von Goetze vorgesehen, der derzeit als deutscher Botschafter in Mexiko-Stadt tätig ist.

Darüber hinaus verabschiedet sich auch Anke Hollstein aus Moskau. Neuer Gesandter wird Bernd Finke, der frühere Generalkonsul für Sibirien und Fernost in Nowosibirsk. Ebenso wird u.a. die Leiterin der Kulturabteilung die Botschaft verlassen.

Das Deutsch-Russische Forum dankt allen scheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die langjährige, gute und konstruktive Zusammenarbeit und wünscht ihnen für ihre weiteren Aufgaben viel Erfolg.

DAAD unerwünscht

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt laut Pressemitteilung seinim vergangenen Monat zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Infolge dieser Entscheidung werden das DAAD-Büro in Moskau sowie das vom DAAD verantwortete „Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus“ (DWIH) Moskau geschlossen.

„Wir bedauern diese Entscheidung der russischen Regierung. In den vergangenen Jahren gab es vor Ort weiterhin Interesse an DAAD-Stipendien für Studien- oder Forschungsaufenthalte in Deutschland. Zugleich gilt: Am Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine haben wir im Konsens mit den anderen Wissenschaftsorganisationen festgelegt, dass es keine politischen und institutionellen Kontakte mehr mit Russland gibt und auch keine Stipendien mehr für ein Studium in Russland“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Unverändert sind rund 10.500 russische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben, und Russinnen und Russen können sich, zum Beispiel aus Drittländern, weiterhin auf DAAD-Stipendien bewerben.“

Das russische Justizministerium hat den DAAD am 10. Februar gemeinsam mit weiteren Organisationen auf die Liste der Organisationen gesetzt, deren Tätigkeit in Russland als unerwünscht gilt. Der DAAD ist daher gezwungen, seine Arbeit in Russland einzustellen. Die Auswahlverfahren für Stipendien in Russland müssen gestoppt werden; das DAAD-Büro sowie das DWIH Moskau werden geschlossen. DAAD-Stipendien für russische Studierende, Promovierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits in Deutschland sind, laufen weiter.

Hintergrund

Aktuell sind rund 200 russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit einem DAAD-Stipendium für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt in Deutschland. Der DAAD hatte zuletzt jährlich rund 170 Stipendien an russische Studierende, Promovierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Aufenthalte in Deutschland vergeben.
Plädoyer für ein deutsch-russisches Jugendwerk

Ein Weg aus der Angst zum Vertrauen

Die gegenwärtige Zeit ist in Europa geprägt von bedrohlichen Konflikten und großen Unsicherheiten. Ein friedliches Zusammenleben, wie es in der Charta von Paris 1990 von allen west- und östlichen europäischen Regierungschefs proklamiert und einander in die Hand versprochen worden ist, ist in weite Ferne gerückt.

Lasst uns nicht länger zuschauen, wie sich wieder Gräben vertiefen und Mauern errichtet werden. Lasst uns nicht akzeptieren, dass gegenseitige Drohungen und massive Aufrüstung unser Leben und unsere Zukunft bestimmen.

Wie können wir stattdessen zu einem nachhaltigen Frieden in Europa finden? Wie können Bürger und Regierungen jetzt die Weichen für eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Kinder und Enkelkinder stellen?

In diesem Sinne appellieren wir an alle friedliebenden Bürgerinnen und Bürger und an die politischen Mandatsträger in Deutschland und Russland auf ein Deutsch-Russisches Jugendwerk hinzuarbeiten.
Wir sind uns bewusst, dass dieser Appell vielen als unzeitgemäß erscheinen muss. Wir sind gleichwohl der Auffassung, dass jetzt, gerade in diesen schweren Zeiten, die Samen des Friedens gesät und gepflegt werden müssen, deren Früchte wir und unsere Kinder vielleicht erst in Jahren oder Jahrzehnten genießen können.

Frieden beginnt in den Herzen der Menschen. Er beginnt, wenn Menschen einander begegnen, voneinander lernen und Freundschaft wagen. Wie einst zwischen Deutschland und Frankreich kann daraus etwas Großes entstehen — eine neue Ära der Verständigung. Das Deutsch-Französische Jugendwerk mit seinem millionenfachen Schüleraustausch hat bewiesen, dass jahrhundertealter Hass überwunden werden kann. Warum sollte das nicht auch zwischen Deutschen und Russen möglich sein?

Seit 7 Jahren begegnen sich Jugendliche aus Russland und Deutschland regelmäßig für gemeinsame Konzerte und die Produktion von Musikfilmen. Diese Projekte zeigen, dass für junge deutsche und russische Musikerinnen und Musiker unter dem Zeichen "Musik für den Frieden – Музыка ради Мира“ Verständigung keine Illusion ist. Ihre Musik überwindet Mauern und Grenzen, ihre Botschaft ist klar: Frieden ist möglich, Frieden ist machbar.

Lasst uns den Mut finden, uns nicht von Angst und Hass leiten zu lassen, sondern von Hoffnung. Eine Sicherheitsarchitektur für Europa finden wir niemals in gegenseitigen Bedrohungsszenarien. Vertrauen wir auf die Kraft der Musik, der Begegnung, des Dialogs. Diese Kräfte sind stärker als Waffen.
Gestalten wir für uns alle eine friedliche Welt, eine lebenswerte Zukunft!

Sie wollen dem Plädoyer Ihre Stimme geben? Mitilfe des folgenden Buttons erhalten Sie Zugang zur Onlinepetition.

In eigener Sache

Aktualisierte Beitragsordnung

Der Vorstand des Deutsch-Russischen Forums e.V. hat auf seiner Sitzung im Vorfeld der Mitgliederversammlung eine Anpassung der Beitragsordnung beschlossen. Um jüngere Personen, die Interesse am Vereinsleben zeigen, für das Deutsch-Russische Forum e.V. zu gewinnen, ist es nunmehr möglich, dass auch Schülerinnen und Schüler sowie ehemalige DRF-Programmteilnehmende zu einem rabattierten Jahresbeitrag Mitglied im Deutsch-Russischen Forum werden können. Darüber hinaus hat der Vorstand beschlossen, dass Rentnerinnen und Rentner auf Nachfrage gegenüber dem Vorstand einen ebenso vergünstigten Mitgliedsbeitrag anfragen können.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Mitgliedschaft an nitzsche@deutsch-russisches-forum.de.

Konrad Wolf. Kriegstagebuch und Briefe 1942 - 1945

Konrad Wolf emigrierte als Kind mit seinen Eltern, dem Schriftsteller Friedrich Wolf und seiner Mutter Else Wolf nach Moskau und kehrte 1945 als Offizier der Roten Armee nach Deutschland zurück. Auf dem langen Weg aus Moskau nach Berlin führte er auf Russisch ein Tagebuch. Es ist Paul Werner Wagner zu verdanken, dass aus Anlass des 100. Geburtstages von Konrad Wolf im Jahre 2025 eine neue Ausgabe des Kriegstagebuchs und von Briefen Konrad Wolfs von der Front in der edition ost erschien. Am 3. März 2026 stellte das Deutsch-Russische Forum e.V. (DRF) gemeinsam mit Go East Generationen e.V. (GEG) das Buch im Sprechsaal in Berlin vor.
Mit der fortgesetzen Zusammenarbeit der beiden Vereine wollen wir Menschen aus unterschiedlichen Kreisen, die sich auf die Sowjetunion bzw. Russland beziehen, zu Gesprächen zusammenzuführen. Rund 60 Gäste folgten der Einladung.
In einer Zeit, in der zunehmend leichtfertig über Krieg geredet wird, in einer Zeit, in der die 27 Millionen Sowjetmenschen, die durch den Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion ihr Leben verloren, wenig Erwähnung finden, ist es uns wichtig, die Erinnerung an die Gräuel des Krieges und an die Schuld der Deutschen vor den Völkern der ehemaligen Sowjetunion lebendig zu halten.
Wolfs Kriegstagebuch ist ein Bericht aus erster Hand, zudem eines Deutschen im sowjetischen Dienst, der Deutschland als sein Vaterland benannte und die Sowjetunion als sein Heimat betrachtete. Paul Werner Wagner führte kenntnisreich in den Text ein und stand an dem Abend über Stunden dem Publikum als Gesprächspartner zur Verfügung. Wir wünschen dem Buch viele Leser. (Andreas Förster)
Sprachlosigkeit überwinden – Friedenskräfte stärken

Wege in den Dialog auch unter schwierigen Bedingungen

Was bleibt, wenn die politischen Kanäle verstummen? Die Abendveranstaltung anlässlich der Mitgliederversammlung des Forums am 16. März 2026 in Berlin suchte darauf klare Antworten: Nur der Wille und die Fähigkeit, Gesprächsräume zu erhalten, können ein Schlüssel für eine Rückkehr von Frieden und Sicherheit in Europa sein. Unter dem Titel „Reden mit Russland? – Wege zurück ins Gespräch“ wurde deutlich, wie tief die Wunden der Sprachlosigkeit inzwischen reichen – und zugleich, wie wichtig es ist, diese Verletzungen nicht einfach hinzunehmen. Sichtbar wurde auch: Das Forum, seine Mitglieder und Gäste bleiben ein Ort, an dem unterschiedliche Positionen bestehen können – im gemeinsamen Bewusstsein der historischen Dimension des Friedensauftrags.
Die beiden ehemaligen Moskaukorrespondenten setzten in ihren Vorträgen unterschiedliche Akzente.
Gabriele Krone-Schmalz plädierte für einen nüchternen, an Interessen orientierten Zugang zur Politik und für eine Rückkehr zur Diplomatie. Entscheidend sei, Realitäten anzuerkennen und Gesprächskanäle offen zu halten: „Wenn Politik funktionieren soll, […] dann geht es nicht um moralische Kategorien, sondern um Interessenausgleich.“
Johannes Grotzky stellte den aktuellen Konflikt in einen historischen Zusammenhang: Selbst tief verwurzelte Gegensätze können überwunden werden – wenn der Wille zur Verständigung vorhanden ist. Darin liege die Perspektive für Frieden. Er formulierte es zugespitzt: „Nicht die Macht über einen anderen sollte unsere Stärke sein, sondern die Kraft zum Miteinander.“
Vorstandsmitglied Hermann Krause – selbst jahrzehntelang Korrespondent des WDR in Moskau – griff diese Verbindungslinien auf. Unter seiner Leitung entspann sich zwischen Referenten und Gästen eine lebendige Diskussion über mögliche und angemessene Wege aus dem Krieg. Die Vorsitzende Petra Schwermann setzte den Schlusspunkt unter einen Abend konstruktiver, nicht ausgrenzender Gespräche – genau dies sei der Weg des Forums und seiner Mitglieder. Unterschiedliche Ansätze und Perspektiven waren getragen vom gemeinsamen Leitmotiv, Friedenskräfte zu stärken, Dialog zu fördern und damit einen Beitrag für ein zukünftiges Europa zu leisten. Das Deutsch-Russische Forum steht genau dafür: Sprachlosigkeit zu überwinden, Friedenskräfte zu stärken. (Martin Hoffmann)

Neue Mitglieder

Zuletzt hat der Vorstand des Deutsch-Russischen Forums folgende persönliche Mitgliedschaften bestätigt. Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch und heißen alle Genannten Personen herzlich im Deutsch-Russischen Forum e.V. willkommen:
  • Dr. Ute Böttger, Berlin
  • Antje Liebig, Markneukirchen
  • Theresa Tarassova, Aachen
  • Thomas Geisel, Düsseldorf

Passwortgeschützter Mitgliederbereich

Sie haben die Möglichkeit, sich als Mitglied exklusiv über bevorstehende Veranstaltungen zu informieren und anzumelden. Um den gewünschten, „geschützten Raum“ innerhalb des Forums zu gewährleisten, bitten wir Sie, das aufgeführte Passwort nicht an Dritte weiterzureichen.
Auch auf unserer Webseite stellen wir für unsere Mitglieder Informationen und Materialien zur Verfügung. Hierfür haben wir einen passwortgeschützten Mitgliederbereich geschaffen. Bitte verwenden Sie das Passwort „MitgliedDRF“, um beim Anklicken unter anderem auf Inhalte wie Termine, Aktuelles und Veröffentlichungen zu gelangen.

Termine

Berlin, 8. bis 11. April 2026 | Frühjahrsakademie
E.T.A. Hoffmann 250. Das fantastische Erbe des Universalkünstlers der Romantik.


Anfang April treffen erneut junge russische und deutsche Nachwuchskräfte, Studierende und Berufseinsteiger in Berlin zusammen. Im E.T.A. Hoffmann - Jubiläumsjahr widmen wir uns in der Frühjahrsakademie dem Universalkünstler.
Berlin, 10. April 2026 | "Hoffmaniana in Kaliningrad und Deutschland vergleichend betrachtet"

Im Rahmen unserer Frühjahrsakademie (siehe oben) können Sie einen Teil des Akademieprogrammes als Beobachter miterleben und mit unseren Teilnehmenden ins Gespräch kommen. Anmeldung.
Moskau, 23. April 2026 | Frühjahrskonzert

Wir laden Sie ein zu klangvollen Momenten anlässlich unseres diesjährigen Frühjahrskonzertes u.a. mit Musikerinnen und Musikern unseres Alumninetzwerkes "hallo deutschland!". Einladung erfolgt gesondert zeitnah.
Moskau, 15. bis 17. Mai 2026 | "Spielend Deutsch lernen"

17 russische Regionen sind eingeladen, sich am Sprachenwettbewerb "Spielend Deutsch lernen" zu beteiligen. Die Regionalgewinner werden vom Deutsch-Russischen Forum zum großen Finale in Moskau willkommen geheißen.
Rothenburg o.d.Tauber, 18. bis 19. Juni 2026 | Dialog der Zivilgesellschaft 2026

Einst Veranstaltungsort unserer bilateralen Städtepartnerkonferenz (2011) wollen wir in diesem Jahr in Rothenburg o. d. Tauber mit unseren deutschen Vertreterinnen und Vertretern von Partnerschaftsvereinen zusammenkommen. Bitte notieren Sie sich den Termin. Eine Einladung erfolgt gesondert und zeitnah.
facebook twitter youtube linkedin