Konrad Wolf: „Kriegstagebuch und Briefe 1942-1945″
Sie sind herzlich eingeladen zu einer Lesung mit Paul Werner Wagner, Herausgeber des Buches Konrad Wolf: „Kriegstagebuch und Briefe 1942-1945“, mit einem anschließenden Gespräch.
Die Lesung findet anlässlich des Todestages von Konrad Wolf (7. März 1982) in Kooperation mit dem GO EAST Generationen e.V. (GEG) am Dienstag, den 3. März 2026 um 18:30 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr) im Sprechsaal, Marienstraße 26, 10117 Berlin-Mitte statt.
Konrad Wolf war neunzehn, als er mit der Roten Armee Berlin erreichte. Er hatte 1933, als Achtjähriger, mit seiner Familie vor den Nazis aus Deutschland fliehen müssen. Als sowjetischer Staatsbürger wurde er im Dezember 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Mit der 47. Armee marschierte Wolf vom Kaukasus durch die Ukraine und Polen, über die Weichsel und die Oder nach Berlin. In seinem Tagebuch notierte er all die Grausamkeiten, die er erlebte. Wolfgang Kohlhaase, sein späterer Freund, schreibt im Vorwort: »Wo schläft man, was isst man, wo kann man sich waschen? Nach Monaten noch stecken seine kalten oder nassen oder wundgelaufenen Füße in den Resten der Schuhe, mit denen er aus Moskau gekommen ist.« Die Tagebucheinträge sind Zeugnisse vom Überlebenskampf eines Teenagers, bewegend der Kontrast zwischen der Unbekümmertheit des jungen Schreibers und der Wahrhaftigkeit des Erlebten auf den Schlachtfeldern. Ein exklusives und ungewöhnliches Dokument der Zeitgeschichte und Teil der Lebensgeschichte eines bedeutenden deutschen Künstlers.
Paul Werner Wagner wird in das Buch einführen und daraus vorlesen. Im Anschluss steht er für ein Gespräch mit unseren Gästen des Abends zur Verfügung.
Zum Herausgeber Paul Werner Wagner
Paul Werner Wagner, 1948 in Wolfen geboren, studierte Kultur- und Literaturwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin, ist Buchautor, Herausgeber, Kulturmanager, Shachkolumnist und Moderator. Er war Vorsitzender des Künstlerklubs DIE MÖWE (2002-2010), Vorsitzender der Emanuel Lasker Gesellschaft (2001-2019) und Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft (2012-2020).
Zu seinen Publikationen zählen u.a.:
„Rebellion gegen die Enge“ – Protokoll eines gescheiterten Fluchtversuchs. Vernehmungen, Gedichte und Briefe (Magdeburg 2001) „Der Bitterfelder Aufstand. Der 17. Juni 1953 und die Deutschlandpolitik“ – Ereignisse, Zeitzeugen, Analysen, mit Stefanie Wahl, (Leipzig 2003) „Vom Morgenrot zum Abendlicht – Was zu bedenken bleibt. Dreizehn Gespräche zur Kunst und Kulturpolitik in der DDR“ (Berlin 2024)
Wir bitten um Anmeldung bis zum 27. Februar 2026.
